Hayrunnisa Aslan

kimsesizlerin anısı oldu artık
vahşi denizde kuytularda
direnişin son noktasında
yenilmek mümkün mü?
direniş, bir alınyazısı
ve elinde son model insan
Mekanizma:Teknoloji:Modern
dağın başında köyde
neneciğim patik örüyor
kör gözleriyle
titreyen elleriyle patik örüyor
son model insana
vahşi denizde kuytularda

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die Tiefe des tiefsten Ozeans,
die Schwärze der dunkelsten Nacht
nichts sind diese
wenn mein Auge wacht
stets über dem Dach
weiter als der Horizont
kein Heulen kein Bitten
kein Lachen
wenn mein Blut frostet so frostet doch alles mit?
Fragezeichen über Fragezeichen
über Ausrufe
über die Stille die Schweigsame.

März 2012
Hayrunnisa Aslan

Eine Trennung

Zu hören deinen Herzschlag
Zu spüren deine sanften Hände
Zu sehen in deinen Augen die Liebe
die mir gehört,
würde mich nähren genug.
Was brauch ich dann noch Nahrung und Luft,
was brauch ich den Schlaf?
Zu wachen mit dir an meiner Seite
wäre die barmherzigste Erholung für mich.
Die schweren Lasten der Welt
würde ich mühelos tragen,
hörte ich deine Schritte neben mir gehen.

29.11.2011
Hayrunnisa Aslan

Herz und Verstand

Als ich auf einer Bank saß, im Park und sah wie sich der Horizont blutrot verfärbte, da spürte ich den Schmerz.
Ich fragte den Himmel, weißt du wo mein Herz liegt? Hast du, blutroter Himmel, mein Herz verschlungen? Ich suche es jetzt schon Ewigkeiten. Verloren hab ich mich; legte mein Verlangen schon beiseite.
Im Traum, da lebe ich. Konfuse Szenen, keine klärt die andere und wirft nur neue Fragen auf. Ich flüchte und suche, durch dunkle, hohe Straßen. Sehe und sehe nicht.
Ist es nur Einbildung? Wovor flüchte ich? Ich weiß es schon nicht mehr. Mein Sinn ist das Verstecken und Suchen geworden, doch weiß ich lang nicht mehr vor wem, vor was.
Ist es mein Herz, das ich suche? Ist es nicht eigentlich bei mir? Bei mir, da muss ich suchen. Bei mir!
Da fragte ich meinen Verstand, weißt du wo mein Herz ist? Und was ich hörte
waren nur laute, schwere Regentropfen, die fielen vom blutroten Himmel.

Hayrunnisa Aslan

Kirschbaum

Selig ruhen die Schlafenden, friedlich blicken die träumenden Augen.
Die Brust im rhythmischen Auf und Ab erfreut sich der Stille.
So wunderschön ist die Nacht: Die Straßen erhellt durch des Mondes Licht, das Verworfene verdeckt durch unschuldiges Weiß.
So standest du im Schatten eines Kirschbaumes. So standest du und warst glückselig.

13.11.2011
Hayrunnisa Aslan


Eintrag

Versucht sie nicht zu begreifen? Sie will es begreifen, erfassen, wieso er so handelt, wieso er diese Worte sagt. Merkt er nicht, dass er sie mit seinen Worten zerstört? Er zerstört ihr Gefühl, sie wird kalt, ihr Herz hört auf zu schlagen, wenn er diese Worte von sich gibt. Sie weiß nicht mehr, was sie tun soll. Er entreißt ihr alles Gefühl, alle Liebe, die sie in sich trägt. Er leert ihr Inneres. Sie fühlt sich wie eine ausgehöhlte Holzfigur. Schon bald wird sie dem inneren Tod erliegen. Er war ihre Motivation, er gab ihr alle Kraft, das dachte sie. Denkt er deshalb, dass er jetzt das Recht hat, ihr alles zu nehmen, was ihr Lebensfreude schenkte? Sie will die Ruhe zurück, den Frieden, die Selbstlosigkeit, die Liebe.

Konfrontation ist nicht das, was sie sich wünscht. Noch weniger wünscht sie sich den stillen Krieg. Vielleicht muss sie sich losreißen, weg von ihrer Vergangenheit. Doch besitzt sie die Kraft, den Mut dazu? Und sie spürt, dass sie niemals von ihm wegkommen wird. Er wird sie auf allen ihren Wegen begleiten, in ihrem ausgehöhlten Inneren. Er hat sie ausgehöhlt und sie mit dem Schmerz, den er verursachte, gefüllt.

November 2011
Hayrunnisa Aslan

Auf/Unter

Auf ruhender Erde, das möchte ich sein.
Auf verblassten Wolken, verstreute Gedanken, ganz aufgelöst im Sein.
Im Ich-Sein durch Alles-Sein.

Alles fließt durch meine Adern.
Ich werde ich selbst, indem ich zum Vogel werde,
welcher frei in den offenen, ewigen Himmeln fliegt.
Ich werde ich selbst, wenn ich zu einem sich in dem tiefen Dreck
seinen Weg grabenden Wurm werde.
Blühen und Welken, Lieben und Leiden.

Ich werde ich selbst, wenn ich mein eigenes,
verdorbenes, verworrenes, abgründiges
Grab furchtlos grabe.
Unter ruhender Erde, das möchte ich sein.
Im Ich-Sein durch Nichts-Sein.

 Hayrunnisa Aslan

Garten Haus

ein Garten voller Steine,
ein Haus, das nicht mehr ist.
Wut entsteht im Kopf
doch bei mir im Magen.
Was soll das Ganze?
Was soll das sein?
ein hirnverbranntes alleiniges Dabeisein.
das Ich, was du in mir sahst,
das ist nicht mehr
wird nie mehr sein.

Allein bleibst du zurück,
wie ich zuvor.
Revolutionär, das will ich sein,
doch ist in mir nur das Alleinsein.
ein Garten voller Steine,
ein Haus, das nicht mehr ist,
ist alles, was zurückgeblieben ist.

Hayrunnisa Aslan

Oktober 2011

Die Unscheinbare

Was weiß Unsereins schon davon?
Was weiß sie von einem Schmerz, der so tief geht, dass keiner außer ihr es wagen würde ihn zu ertragen?
Ihn zu ertragen, um der Gnade willen, um der Liebe willen, welche diesen Schmerz erbrachte.
Was weiß sie schon von einer Liebe, die nur Liebe ist, um der Liebe willen?
Eine Wolke, die gewittert. Eine Wolke, sie schützt und spendet Ernüchterung.
Wenn sie fliegen sollte, so haltet sie zurück.
Bewahrt sie vor der erschlagenden Freiheit. Bewahrt sie.
Der Mensch ist Mensch.
Und sie ist dennoch durchsichtig, so unscheinbar.
Sie würde fliegen.
Sie würde fliegen.

Hayrunnisa Aslan

September 2011

Doch wehe dem

Ein kühler Sommermorgen. Die Straßen noch nass von nächtlichen Strömen. Die Wiesen mehr als nur Tau. Ein Vogel singt zögernd und kläglich und einsam sein Lied. Kein Mensch geht auf den Straßen, nur die vom Gewitter Überraschten und leidlich Mitgenommenen.
Ihre Gesichter bleich, ihre Augen starr und ihre Herzen vereist.
Doch wehe dem, der zu Hause bleibt.
In ihren warmen, abgeschotteten Blöcken, umgeben von leblosen Gärten.
Sie träumen und denken sie würden gehen, doch liegen sie schlafend in ihren Betten.

Hayrunnisa Aslan

September 2011